O.K….ich gebe zu, ich bin da leicht durch meine USA-Reisen beeinflusst worden. Da wird ja fast ausschließlich so gegrillt. Bis auf die Smoker-Fans, hat dort jeder einen Gasgrill. Und das sind Apparate, da fallen einem die Augen aus dem Schädel und man bekommt ne Keiferblockade, weil man teilweise seine Gusche vor Staunen echt nicht zu bekommt. Da in einen richtigen Grill-Shop zu gehen, ist für Männer so was wie einen Spielplatz zu betreten. Es gibt da richtige Männer-Outdoor-Küchen mit Waschbecken dran und allen möglichen anderen Sachen. Unglaublich… Gut,…so was ist dann nicht mal eben auf den Dachboden gebracht oder in den Schuppen gestellt…Man sagt da auch weniger zum Kumpel: „WAS?!?! So viele Leute kommen zu dir. Ich bringe mal eben meinen Grill mit! Hol mal den Kran während ich den LKW vor fahre“…hat also auch Nachteile so eine Super-Kochzeile made in USA.
Unser kleiner Rundgrill hat für unsere Grill-Saisons sicherlich ausgereicht. Sind immer gut mit dem klar gekommen und satt sind wir damit auch geworden…Allerdings musste man grillen, so lange die Kohle heiß war…sicher hält sich die Glut bei Briketts etwas länger als mit Holzkohle, aber wenn auch die dann mal nach einem zweiten, gemütlichen Glas Milch oder ner Packung Capri-Sonne aus ist, ist Feierabend oder man musste sich wieder etwas gedulden, um sich über ein herzhaftes Stück Nackensteak von einem freilaufenden Öko-Schwein aus Bodenhaltung, welches selbstverständlich glücklich in den Freitod gesprungen ist, damit es uns gut geht, her machen konnte. …na das war ja ein Satz…habe manchmal vor mir selber Angst!...
Überzeugt hat mich dazu die Flexibilität solcher Gas-Grill-Geräte. Mal eben angestellt und los geht´s. Volle Flamme - kross grillen, leichte Flamme – garen,…indirekt, direkt und und und…Und kommt mal jemand nach, einfach wieder anstellen. Und im Zubehör gibt’s für die Räucherfreunde eine Smokerbox, die man, mit Räucherspäne gefüllt, dazu stellt und schon schmeckt alles nach Rauch…
Und ein „drunken chicken“ ist mit dem passenden Halter (eine offene Dose Bier, über die das Hähnchen dann gestülpt wird, tut´s auch und der Inhalt gibt dazu noch ein herrliches Aroma ab) in so einem Gerät überhaupt kein Problem.

Jedenfalls habe ich für 134 Euro bei einem Internet-Auktionshaus den Zuschlag bekommen, mindestens 260,- Euronen zum Originalpreis gespart und somit ein nagelneuen Santos-Grill Typ Matumbo 2011 ersteigert. Übrigens ist hier ein Dankeschön an meinen Arbeitskollegen fällig. Er weiß schon warum. Danke!
Vierflammig und ein seitlicher Brenner für Töpfe, Pfannen, Woks etc.. Sehr nett anzusehen, sehr groß, mit Ablegeplatte, Warmhalte-Roste, einer Auffangwanne mit Tropfschale und doppelwandiger Edelstahlhaube…kein Super-Hammer-Luxus- Modell, aber das braucht der unerfahrene Gasgriller ja auch nicht…noch nicht.
Das Teil kam auf einer Palette und hat dann noch drei Tage im Garten gestanden, bis ich Zeit zum Aufbauen hatte. Schon schlimm, wenn es einen jeden Abend in den Fingern juckt und ein neues Spielzeug direkt vor deinen Augen steht. Aufbau ging ganz gut und nach einer dreiviertel Stunde…der erste Zündfunke…läuft einwandfrei. Gestern war es dann so weit. Das erste Angrillen. Den ersten Test haben der Kommandant und ich alleine begonnen. Zum Start gab's Schokobananen (Banane mit Schale längst aufgeschnitten, Schokostückchen rein und druff auf die Roste). Recht lecker, aber nicht so der Burner für uns. Dann gleich eine kleine Herausforderung: ein größeres Stück Roastbeef. Oft genug gesehen, aber nie wirklich selber gemacht, da das auf einem Kohlegrill ja schwierig ist, komplett gar zu kriegen bevor es außen verbrannt ist. Egal, einmal ist immer das erste Mal. Vorher eine leckere Paprika-Pfeffermarinade angerührt und dann das gute Stück richtig gut angegrillt. Als es rundherum richtig lecker aussah, die Flammen runter gedreht bei knapp 150°C indirekt durchgaren lassen. Jetzt kam es zum ersten Mal zum Einsatz. Das Grillthermometer aus den USA. Für Anfänger mit Anzeige für „Rare“, „Medium“ und „Well done“. Ab und zu das gute Teil mal ins Roastbeef gerammt, kurz gewartet und alles beobachtet.

Zwischendurch das Stück Fleisch vom ehemals glücklichen Rind gedreht und immer wieder lecker einmariniert. Als das Thermometer dann nach ca. 35min immer noch gerade mal so ganz knapp vor „medium“ anzeigte und der Kommandant vor Hunger schon bald aus den Latschen geklappt ist, kam es auf den Tisch. Schnell in Scheiben geschnitten und siehe da. Es war „well done“…blödes Thermometer. Mein Raumteiler isst das ja gerne so, aber ich bin da ja aus den USA doch etwas anderes gewohnt. Egal, zumindest war es rundum herrlich angebraten und trotz „well done“ immer noch saftig in der Mitte. Schon lecker gewesen. Fürs erste Mal, war ich zufrieden. Mal sehen, wann das nächste große Stück Rind ansteht, das freiwillig auf den Grill hüpft. Wurst-Testessen für meine Geburtstagsfete im August findet heute schon mal statt. Aber ne olle Wurst ist ja jetzt keine Herausforderung mehr. Übrigens waren gegrillte Peperoni vom Spieß auch sehr gut gelungen. Demnächst müssen auch noch mal der Grillkorb für Gemüse und der Spareribs-Halter getestet werden….und das „drunken chicken“ ist auch ein MUSS… Ist ja bald Urlaub…



